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ausstellung . lesung Georg Paulmichl  
 
stammt aus Prad im Vinschgau und gilt von Geburt an (1960) als benachteiligt. Er tritt, achtzehnjährig, in die Behindertenwerkstätte Prad ein. Dort wirkt er beim Werken unstet und wenig konzentriert, ist aber begeisterter Teilnehmer eines Theaterworkshops und produziert den ganzen Tag über einen Schwall von Sprache. Bis sein Betreuer Dietmat Raffeiner darauf kam, diesen Fluss nicht zu stoppen, sondern zu formen. Er bot sich ihm an, als Sekretär, dem er in die Feder diktieren sollte, als Lektor seiner ersten Texte, zuletzt als sein Verleger. Gleichzeitig begann Georg Paulmichl zu zeichnen und zu malen, auch darin systematisch von Raffeiner unterstützt.
Georg Paulmichls unverbrüchlicher Optimismus war entfacht, die Zusammenarbeit hielt und schlug sich Jahre später im ersten richtigen Buch bei einem richtigen Verlag nieder. Diese originelle Lyrik ist ein Dauerbrenner geworden, bis heute sind mehr als 18’000 Exemplare verkauft. Georg Paulmichl ist zu einem bekannten Autor avanciert, sein besonderes Schicksal zum Symbol.
Ähnlich wie in seinen Zeichnungen und Malereien mischt Georg Paulmichl in seinen Sprachprodukten Altbekanntes. Viel deutlicher als in seiner bildenden Kunst aber hinterfragt er Selbstverständlichkeiten mit Torheit und Knappheit, Frechheit und Lebensklugheit.
 
 
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